Ken Livingstone, der vor kurzen abgewählte Bürgermeister von London, wollte die Gebührenausrichtung der City-Maut (Congestion Charge) von London neu und umweltgerecht gestalten. Kraftfahrzeuge mit einer geringen CO2 Emission sollten weniger und Kraftfahrzeuge mit einer höheren CO2 Emission bzw. mit einem Hubraumvolumen größer als 3000 cm3 mehr für die Benützung der City of London bezahlen.
< 121 g/km CO2 und < 3000cm3: gratis
121 bis 225 g/km CO2 und < 3000cm3: 8 Pfund
> 225 g/kg CO2 oder > 3000cm3: 25 Pfund
Die gesamte Produktpalette des Sportwagenherstellers Porsche würde bei dieser Gebührenausrichtung in die höchste Klasse fallen. Kein Wunder also, dass dies für Porsche ein Problem darstellt, daher war der Schritt London bzw. den Bürgermeister zu verklagen wohl auch eine logische Konsequenz. Ein Erfolg wäre gut für Porsche aber schlecht für Europa bzw. alle emissionsabhängigen City-Maut Projekte. Egal, der Bürgermeister wurde zumindest einmal abgewählt. Wie der neue Mayor of London (Boris Johnson) mit der Congestion Charge verfährt, ist noch nicht ganz klar, aber man kann es als ersten Teilerfolg der Strategie von Porsche betrachten.
… Ergänzung: Die Bestrebungen der Europäischen Union für KFZ-Hersteller eine Grenze für die durchschnittliche CO2-Emission der jeweiligen Fahrzeugflotte zu definieren war auch ein oder der wahre Grund der Porsche AG die Volkswagen AG zu übernehmen. D.h. die Herstellung von Sportwagen der Marke Porsche ist auch trotz ihres relativ hohen CO2-Ausstoßes zukünftig gesichert.
… und die alte Geschichte: Interessant in diesem Zusammenhang ist die alte Mär, dass ein Porsche 911 zu den umweltfreundlichsten Automobilen zählt(e) … hmmm? Betrachtet man den Energieverbrauch eines KFZ über den gesamten Lebenszyklus, heisst es, dass alte Porsche 911er nicht so schlecht abschneiden sollen. Eine wichtige Komponete der Ökobilanz eines KFZ ist der Energieverbrauch bei der Erzeugung. Da Kraftfahrzeuge der Modellreihe 911 aufgrund ihrer Qualität und ihres Liebhaberstatus länger in Betrieb bleiben, werden in Summe weniger neue KFZ gebraucht, d.h. bis zu einem gewissen Kilomterleistungsfenster soll daher die Ökobilanz angeblich besser sein als bei KW-schwächeren bzw. sparsameren Kraftfahrzeugen, die alle paar Jahre ausgetauscht werden müssen, aber stimmt diese Geschichte überhaupt?
Tags: City-Maut · CO2-Ausstoß · CO2-Diskussion · CO2-Emission · Congestion Charge · London · Öffentlicher Raum · Porsche2 Comments
2 responses ↓
[...] Gestern die alte Mär Geschichte „der Porsche 911 weist eine gute Ökobilanz auf, weil …“. Gut, ich wollte diese Geschichte einmal näher betrachten und habe deshalb nach wissenschaftlichen Studien zu Life-Cycle-Analysen von Autos (Kraftfahrzeugen) gesucht, die diese Aussage bestätigen oder widerlegen sollen. Interessanterweise wurde in diesen Tagen eine ähnliche Geschichte aus den Tiefen der Medienwelt wieder nach oben gespült. Es war im Jahr 2007 [...]
[...] (siehe Klimasünder, Porsche ist Spitze beim CO2-Ausstoß). Daher kaum verwunderlich, dass Porsche gegen eine neue umweltgerechte Preisstaffelung der Londoner City-Maut (Congestion Charge) juristisch vorgegangen ist. Und sie haben gewonnen! [...]