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Nachrichten aus der Welt der Verkehrsplanung, Mobilitätsforschung und des Transportwesens

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Elektrokraftfahrzeuge: Die Zukunft?


27. Apr 2008 von
admin

elektro-tankstelleWie schön mehrfach hier erwähnt, kommt man bei genaueren Betrachtungen weitreichender Fakten immer wieder zur Schlussfolgerung, dass die Zukunft des MIV bei elektrobetriebenen Kraftfahrzeugen liegen wird. Zurzeit sind noch folgende Problemstellungen offen:

  • die Speicherkapazität der Batterien bzw. den Akkumulatoren ist für eine brauchbare Reichweite noch zu gering;
  • die Sicherheit der Akkumulatoren ist noch nicht zu 100% gewährleistet;
  • die Kosten für die Herstellung der Akkumulatoren sind noch nicht konkurrenzfähig;
  • die Lebensdauer der Akkumulatoren ist z.T. noch zu gering;
  • es sind keine ausreichenden Kapazitäten für die Akkumulatoren-Herstellung vorhanden;
  • die Wintertauglichkeit, Probleme der Akkumulatoren bei tiefen Temperaturen, Reduktion der Reichweite bedingt durch den zusätzlichen Energiebedarf durch die Beheizung der Fahrgastzelle im Winter;
  • die notwendige Infrastruktur (z.B. Ladestationen) für einen großflächigen Einsatz von elektrobetriebenen vor allem im städtischen Raum Fahrzeugen ist noch nicht gegeben.

Analysiert man die Presseaussendungen bzw. Veröffentlichungen in diesem Themenfeld, zeigt sich dass die meisten Investitionen in den Bereichen Leistungsdichte, Sicherheit und Lebensdauer finden. Vor allem sind zur Zeit keine ausreichenden Herstellungskapazitäten vorhanden. Mit einer Verringerung der Akkumulatoren-Kosten kann mittelfristig kann nicht gerechnet werden.

Interessant ist, dass über die zu erwartenden infrastrukturellen Probleme nur wenig zu lesen ist bzw. geforscht wird. Interessant vor allem deshalb, weil in diesem Bereich noch kleine aber weitreichende Probleme verbunden sind. Im ländlichen Raum scheint ist es relativ einfach. Man schließt sein eKFZ einfach in der Garage an die eigene Steckdose, aber was macht man in den Städten? Derzeit sind in vielen europäischen Städten einzelne Elektrotankstellen (Parkplätze) vorhanden. Steigt deren Bedarf, müssen zusätzliche Lade-Parkplätze eingerichtet werden. Die Ladekabeln können aus Gründen der Verkehrssicherheit für Fußgänger nicht einfach über die Gehsteige geworfen werden, d.h. die Ladestationen müssen in die städtische Infrastruktur eingebunden werden. Langfristig muss der urbane Straßenraum (z.B. Gehwege) baulich angepasst werden, die fraglichen Punkte sind einerseits der zusätzliche Platzbedarf der Ladestationen und andererseits die Kosten, die mit der Errichtung verbunden sind. Die Lade-Stellplätze könnten aber auch über Überkopfleitungen elektrisch angebunden werden, was wiederum aus städteplanerischer Sicht und aus optischen Gründen abzulehnen ist. Die individuelle Abrechnung des Stromverbrauchs stellt eine weitere Herausforderung dar. In der Garage sind diese Kosten ein Teil der Haushaltsenergiekosten, im öffentlichen Straßenraum muss eine andere Lösung gefunden werden. Dies kann auf veraltete Weise mit Münzen oder moderner mit Chipkarten (z.B. direkt mit einer Bankomat- oder Kreditkarte) geschehen. Die einzelnen Ladestationen sind dadurch keine einfachen Steckdosen mehr, sondern komplizierte Lade-, Zahl- und Steuerungssysteme. Da diese mehr oder weniger im freien aufgestellt werden, wird es zwangsläufig zu Problemen der Funktionsfähigkeit einzelner Ladestationen kommen. D.h. einerseits entstehen hohe Systemerhaltungskosten, andererseits ist auch für eKFZ-Nutzer ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor gegeben (Hat der nächtliche Ladevorgang funktioniert?). Durch die geringe Reichweite von eKFZ in Relation zu Verbrennungskraftfahrzeugen, wird es häufig zu Problemen bei der Suche nach freien Ladestationen kommen.

Die Reichweite von eKFZ liegt zur Zeit bei max. 350km für 2 Personen (Tesla Motors). Diese Reichweite reicht für ca. 90% der Wege. Für längere Wege müssen andere Konzepte gefunden werden. Die zur Zeit Verfügbare Technologie ist der parallele Hybrid-Antrieb. Bei dieser Technologie arbeitet im KFZ neben dem Elektroantrieb auch ein Verbrennungsantrieb. Bei dieser doppelten Antriebsart müssen zwei Systeme (höheres Gewicht) mittransportiert werden. Ein wichtiger Vorteil des Elektroantriebes, dass keine aufwändige Zusatztechnik (Kraftumsetzung, Gangschaltung, Lichtmaschine, etc.) den Wirkungsgrad beeinträchtigt geht dabei verloren.

Einen anderen spannenden Ansatz für diese Problem zeigt das Projekt Project Better Place. Bei diesem Projekt sollen Akku-Tankstellen errichten bei denen die Akkumulatoren nicht aufgeladen sondern gewechselt (kommt einen irgendwie bekannt vor) werden. Derzeit sind Pilotprojekte in Israel bzw. Norwegen geplant. Wechselt die Pferde!

Exkurs: Interessant in diesem Zusammenhang ist auch eine Idee der Universität von Delaware, den Ladestrom eventuell kostenlos bereitzustellen (V2G: Vehicle to Grid Power). Diese Idee basiert nicht auf einer altruistischen Motivation. Die Energieversorger möchten mit der Vielzahl im Stromnetz ladenden KFZ-Akkumulatoren Netzspitzenlasten abdecken, deren Kosten für Stromlieferanten sehr teuer sind. Dies würde die Anzahl von zusätzlich notwendigen Spitzenkraftwerke reduzieren, weshalb gesellschaftlich betrachtet diese Idee nicht unspannend wäre (win-win-situation!).

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